Auf Safarie zu Spezialitäten vom Strauß

emu-165079Sie sind mit bis zu drei Metern weltweit die größten Vögel. Sie können zwar nicht fliegen, dafür mit 80 km/h laufen, sie sehen bis zu 3,5 km weit, aber hören schwer. Ein schwieriger Charakter aus der Savanne, der sich aber anscheinend auf märkischem Sand zuhause fühlt. Praktischerweise sind sie Allesfresser mit hohem Nutzwert. Wie er dasteht, hocherhobenen Halses, ihn in alle  Himmelsrichtungen dreht, sich mit schelmischem Blick umschaut, das wirkt drollig. Hinzu kommt seine putzige Frisur. Seine langen Wimpern sind in Wirklichkeit Federn – gut zu verarbeiten, wie das ganze Kleid. Antistatisch, fein und flauschig dienen Straußenfedern als ideale Staubwedel. Aus der Haut des Laufvogels wird edelstes Leder produziert. Die Rückenpartie weist die begehrte Noppenstruktur auf. Schon die alten Römer schätzten es als bestes Leder auf Erden. Haut und  Federn sind bis heute eine lohnende Handelsware, aber das Interesse der Züchter richtet sich vor allem auf das zarte Straußenfleisch.

Straußenfarmen im Land Brandenburg lassen sich nicht  vergleichen mit denen der „Straußenbarone“ in Südafrika. Schmuck sind sie dennoch – so wie der Straußenhof im alten KolonistendorfGroßderschau, wo vor gut zehn Jahren ein alter  Hopfenhof seine neue Bestimmung fand. Amadeus war schon damals der Hahn im Korb. Heute hat er drei Hennen und noch viel Zeit für sie, denn das mächtige Federvieh kann 40 Jahre alt werden. Gut 100 Strauße und 100 Küken leben im Rhinower Ländchen. Enrico Dams und Nicole Drewes führen den Hof seit vier Jahren und begleiten gern Besucher durchs Gelände zu den Gehegen.In der Gaststätte von Großderschau schwenkte schon Fernsehkoch Frank Rosin den Kochlöffel. Straußenfleisch gilt als das magerste rote Fleisch. Es schmeckt wie hochwertiges Rinderfilet und hat die positiven Eigenschaften von Geflügel – kaum Fett, sehr niedriges Cholesterin, hoher Eisen- und geringer Natriumgehalt, viel Eiweiß sowie wenig Kalorien. Genießen kann man es im Sommer auch mariniert und gegrillt.

Exotik von hier – das kommt an. Straußensalami ist ein beliebtes Mitbringsel der  Besucher des Straußenhofs Berkenlatten in der Uckermark. Straußeneier sind eine Spezialität im dortigen Hofl aden. Natürlich hat der auch Fleisch, Leder und Federn im Angebot. Speziell an den Eiern – fast zwei Kilo schwer, über ein Liter Inhalt – ist die Art sie zu öff nen. Gerne wird gezeigt, wie
man an die Masse kommt, die für mehr als ein Rührei reicht. Auf der harten Schale entsteht ein
Bild in Decoupage-Technik, auch als Designer- Lampe eignet sich ein Straußenei. Beides kann man vor Ort erwerben.

Nicht nur die Straußenhöfe von Großderschau und Berklatten bieten Besonderes. Brandenburgs Straußenbauern sind überhaupt sehr innovativ. So schenkt in Wildenau bei  Schönewalde die Straußenfarm am Bolzenteich Hochprozentiges vom Strauße aus – Eierlikör und Schokoeierlikör. Und auf der Jambo Straußenfarm in Merzdorf bei Baruth bekommt man neben all dem andern Gutem auch noch das Fett vom Strauß ab.

Weitere Infos unter:

www.der-straussenhof.de
www.straussenhof-berkenlatten.de
www.straussenfarm-bolzenteich.de
www.jambo-strauss.de